Einsätze

Erneuter Brand bei Gunnemann

Am Sonntagabend rückte die Feuerwehr Ahlen erneut zum Bauernhofbrand an der Drensteinfurter Straße aus. Der verbliebene Dachstuhl des Wohngebäudes mit angrenzender Scheune stand bei Eintreffen der rund 30 Einsatzkräfte in Flammen.

Hinter der Bewohnerin des Hofes Gunnemann und ihrer Familie liegt ein dramatisches Wochenende. Nachdem ihr Gebäude in der Bauerschaft Brockhausen am Samstag bei einem Feuer bereits weitgehend zerstört wurde, folgte am Sonntag ein erneuter Großeinsatz für die Feuerwehr: Der Brand war mehrfach wieder aufgeflammt; letztlich stand der verbliebene Dachstuhlteil im Vollbrand. Am Ende musste ein Bagger auch diesen Gebäudeteil abreißen.Als um 19.17 Uhr in der Feuerwehr-Hauptwache erneut ein Notruf von der Drensteinfurter Straße 110 einging, war sofort klar, dass sich Glutnester auf dem Rest des alten Heubodens entzündet hatten. Über 30 Kräfte rückten aus. Sicherheitshalber war auch der Rettungsdienst vor Ort. Neben hauptamtlichen Kameraden beteiligten sich die Löschzüge Süd und Vorhelm. Dichter Qualm schwelte ihnen beim Eintreffen entgegen. Die historische Bauweise des Hofes mit Holzbalkendecken und Stroh als Isolierung in den Zwischendecken hatte dem Feuer reichlich Nahrung geboten. Zur Brandbekämpfung wurden zwei CAFS-Rohre mit Druckluftschaum eingesetzt. Erst gegen 23.15 Uhr endete der zweite Einsatz an selber Stelle. "Die Unterstützung aus der Nachbarschaft war wirklich enorm", sagte Einsatzleiter Peter Niemietz. Das sei trotz der traurigen Situation ein hoffnungsvolles Signal für die Betroffenen gewesen. "Viele Möbel und persönliche Dokumente konnten dank der großen Unterstützung gerettet werden." Einige Feuerwehrleute waren nach Ende der Löscharbeiten am Samstagnachmittag per Leiter auch in die oberen Räume eingestiegen, die eigentlich nicht mehr zu betreten waren. Durch die Fensteröffnungen reichten sie Kleidungsstücke und Bilder nach unten. Anwohner waren mit Anhängern und Transportern vorgefahren und sammelten das Gerettete, um es vorübergehend an sichere Orte zu bringen. Dass nur einen Tag später auch das letzte Drittel des Hauptgebäudes den Flammen zum Opfer fallen würde, hätten auch sie nicht geahnt. "Es hätte aber ohnehin abgerissen werden müssen, weil die Beschädigung der Wohnung einfach zu stark war", so der Einsatzleiter.Diejenigen, die das Geschehen seit dem frühen Samstagmorgen beobachtet hatten, zeigten sich am Sonntag erschüttert über die Zerstörung. "Wir hatten wirklich gedacht, das Haus wäre bis auf die Schäden am Dachstuhl zu retten gewesen", sagte ein Nachbar. "Anfangs haben wir uns noch gegenseitig Mut gemacht, dass wenigstens der hintere Teil des Hauses mit der Wohnung erhalten bleibt." Durch den offenen Dachboden, in dem es keine Brandschutzmauer gab, war das Feuer jedoch sukzessive "gewandert", hieß es von Seiten der Feuerwehr zur Erklärung.Noch immer ist die Brandursache unbekannt. Experten der Kriminalpolizei waren zwar am Samstagnachmittag vor Ort, konnten aber aufgrund der Nachlöschar­beiten nur wenig ausrichten. Durch den Zwangsabriss am Sonntag wird die Arbeit für sie nicht einfacher.